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Dante
Dante ist ein modernes, einsteigerfreundliches Pro Lab, das typische Red-Team-Methodiken und Tools aus der Parrot-OS-Welt praxisnah vermittelt. Nach dem Perimeter-Breach geht es darum, das interne Netzwerk zu erkunden, sich lateral und vertikal weiterzubewegen, administrative Kontrolle über alle Hosts zu erlangen und Domain Admin zu erreichen.
Dante
Hack The Box Dante war für mich der Einstieg in die Pro-Lab-Welt. Nach einzelnen HTB-Machines, Academy-Modulen und klassischen CTF-ähnlichen Umgebungen wollte ich ein Lab, das sich mehr wie ein zusammenhängendes internes Netzwerk anfühlt. Genau das liefert Dante: mehrere Hosts, verschiedene Angriffspfade, Pivoting, Linux- und Windows-Systeme, Privilege Escalation und erste realistische Berührungspunkte mit Active Directory.
Dante wird häufig als „Entry Level“ unter den HTB Pro Labs beschrieben. Das sollte man aber nicht falsch verstehen. Entry Level bedeutet hier nicht einfach. Wer nur einzelne Maschinen gewohnt ist, merkt schnell, dass Dante eine andere Denkweise verlangt. Es geht nicht nur darum, eine Schwachstelle zu finden und eine Box zu „ownen“, sondern darum, Informationen sauber zu sammeln, Zugänge wiederzuverwenden, interne Netze zu verstehen und sich Schritt für Schritt weiterzubewegen.
Was Dante ausmacht
Dante besteht aus mehreren miteinander verbundenen Systemen und zwingt einen dazu, die eigene Methodik sauber aufzubauen. Besonders wichtig sind gründliche Enumeration, saubere Notizen und ein gutes Verständnis dafür, wie einzelne Findings später wieder relevant werden können.
Der Fokus liegt nicht auf einem einzelnen Exploit, sondern auf dem Zusammenspiel mehrerer Themen:
- saubere Reconnaissance und Service Enumeration
- Web-Footholds und klassische Fehlkonfigurationen
- Linux- und Windows-Privilege-Escalation
- internes Netzwerkverständnis
- Pivoting zwischen Subnetzen
- Credential Reuse
- Active Directory Enumeration
- laterale Bewegung
- Dokumentation der eigenen Angriffskette
Gerade das Pivoting ist einer der Punkte, die Dante besonders lehrreich machen. Man bewegt sich nicht einfach linear von Host zu Host, sondern muss verstehen, welche Systeme erreichbar sind, welche Routen fehlen und wie man sich Zugriff auf weitere interne Bereiche verschafft.
Meine größten Learnings
Das wichtigste Learning aus Dante war für mich: Dokumentation ist kein Bonus, sondern überlebenswichtig. In einem Pro Lab verliert man ohne saubere Notizen sehr schnell den Überblick. IP-Adressen, offene Ports, gefundene Credentials, Hostnamen, Benutzer, Shares, Webpfade, Pivoting-Kommandos und erkannte Beziehungen müssen konsequent festgehalten werden.
Besonders hilfreich ist eine klare Struktur in den Notizen:
- pro Host eine eigene Übersicht
- gefundene Dienste und Versionen
- Credentials mit Herkunft
- mögliche Angriffspfade
- erfolgreiche und erfolglose Versuche
- Pivoting-Setup und Routing
- offene TODOs
- finale Lessons Learned
Dante zeigt sehr gut, dass kleine Details später entscheidend werden können. Ein Benutzername, ein wiederverwendetes Passwort, ein interner Hostname oder ein scheinbar unwichtiger Dienst kann später der nächste Schritt in der Angriffskette sein.
Pivoting als zentrale Herausforderung
Der anspruchsvollste Teil war für mich weniger der erste Zugriff, sondern das stabile Arbeiten innerhalb des internen Netzwerks. Sobald mehrere Subnetze, Tunnel und Zielsysteme ins Spiel kommen, muss man deutlich disziplinierter arbeiten.
Für das Pivoting habe ich in Dante hauptsächlich Ligolo-ng genutzt. Persönlich komme ich damit sehr gut klar, weil sich damit interne Netzwerke sehr angenehm erreichbar machen lassen und man nicht bei jedem einzelnen Tool separat über Proxychains oder SOCKS nachdenken muss. Natürlich ist das keine Pflicht. Andere Wege wie Chisel, SOCKS-Proxys, Proxychains oder SSH-Tunnel funktionieren ebenfalls. Wichtig ist am Ende weniger das konkrete Tool, sondern dass man versteht, wie der eigene Pivot aufgebaut ist, welche Netze darüber erreichbar sind und wo mögliche Fehlerquellen liegen.
Dante zwingt einen dazu, Verbindungen nachvollziehbar aufzubauen und bei Problemen sauber zu debuggen. Wenn ein Scan plötzlich nicht funktioniert, liegt es nicht immer am Zielsystem. Es kann genauso gut am Tunnel, an der Route, am Proxy oder an einer falschen Annahme liegen.
Um beim Pivoting nicht den Überblick zu verlieren, habe ich mir zusätzlich eine visuelle Darstellung des Netzwerks in Excalidraw erstellt. Dort habe ich Hosts, Subnetze, erreichbare Dienste, Pivot-Punkte und bekannte Verbindungen grafisch festgehalten. Das war extrem hilfreich, weil man im Verlauf des Labs immer wieder zwischen verschiedenen Netzen, Tunneln und Zugriffspfaden wechselt. Der Netzplan hat mir geholfen, Abhängigkeiten besser zu verstehen und schneller zu erkennen, welcher Weg zu welchem Zielsystem führt.
Gerade deshalb ist Dante ein gutes Lab, um Pivoting nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern praktisch zu verinnerlichen.
Was gut funktioniert hat
Sehr positiv fand ich, dass Dante viele Themen miteinander verbindet, ohne direkt komplett zu überfordern. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie sich ein internes Pentest-Szenario entwickeln kann: vom extern erreichbaren Einstiegspunkt über erste interne Systeme bis hin zu Active Directory und lateraler Bewegung.
Gut gefallen haben mir besonders:
- der klare Fokus auf Methodik statt reine Exploit-Suche
- die Kombination aus Linux, Windows und Active Directory
- der Zwang, strukturiert zu dokumentieren
- die praktischen Pivoting-Erfahrungen, insbesondere mit Ligolo-ng
- das Gefühl, ein Netzwerk wirklich Schritt für Schritt zu erschließen
Dante ist dadurch weniger eine Sammlung einzelner Aufgaben und mehr ein zusammenhängendes Training für interne Angriffspfade.
Was man vorher mitbringen sollte
Ich würde Dante nicht als erstes HTB-Erlebnis empfehlen. Man sollte vorher schon einige einfache bis mittlere Machines gemacht haben und mit grundlegenden Techniken vertraut sein.
Hilfreich sind vor allem Kenntnisse in:
- Nmap und Service Enumeration
- Web Enumeration
- grundlegender Linux-Privilege-Escalation
- grundlegender Windows-Privilege-Escalation
- Umgang mit Reverse Shells
- Stabilisierung von Shells
- Credential Handling
- SMB, WinRM und RDP
- Active Directory Grundlagen
- BloodHound-Grundverständnis
- Pivoting mit Ligolo-ng, Chisel, Proxychains, SOCKS-Proxys oder vergleichbaren Tools
Man muss nicht alles perfekt beherrschen, aber man sollte bereit sein, Themen während des Labs nachzuarbeiten und sauber zu dokumentieren.
Was nicht ganz perfekt ist
Nicht alles an Dante fühlt sich wie ein moderner Real-World-Pentest an. Einige Stellen wirken eher CTF-lastig oder technisch etwas älter. Das ist aber nicht zwingend negativ, solange man das Lab als Trainingsumgebung versteht.
Man sollte Dante nicht als vollständige Simulation eines aktuellen Enterprise-Pentests sehen, sondern als strukturiertes Übungslab für wichtige Grundlagen: Enumeration, Pivoting, Privilege Escalation, Active Directory und laterale Bewegung.
Fazit
Dante ist für mich ein sehr gutes Einstiegs-Pro-Lab, aber kein Selbstläufer. Der größte Wert liegt nicht nur in den einzelnen Kompromittierungen, sondern im Aufbau der eigenen Methodik. Wer Dante sauber durcharbeitet, lernt deutlich mehr als nur „wie bekomme ich Flags“. Man lernt, wie wichtig Übersicht, Dokumentation, Netzwerkverständnis und sauberes Arbeiten sind.
Für alle, die von einzelnen HTB-Machines in realistischere Labs wechseln möchten, ist Dante ein sinnvoller nächster Schritt. Besonders wenn man Pivoting und Active Directory nicht nur lesen, sondern praktisch üben möchte, bietet das Lab einen sehr guten Rahmen.
Mein persönlicher Takeaway: Dante belohnt Geduld, saubere Notizen und strukturiertes Vorgehen. Besonders hilfreich war für mich eine visuelle Netzskizze in Excalidraw, um beim Pivoting den Überblick über Hosts, Subnetze und Zugriffspfade zu behalten. Genau deshalb ist Dante ein starkes Lab für den Übergang von klassischen CTF-Machines hin zu realistischeren internen Pentest-Szenarien.